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Tag 7 -  Achterbahn – ein Berg – eine Rennstrecke

Unsere letzte Ausfahrt. Hinab zum Gardasee, dem Ufer entlang. Die Sonne im Rücken, zur Linken das Wasser und Zypressen, rechts der Fels und viele kurze Tunnels. Doch bald verliessen wir die Strasse am See und fuhren hoch ins Hinterland Tremosine. Eine Kurve nach der anderen, links rechts, links rechts, es nimmt kein Ende. Wunderschöne Aussichten, hinauf und hinab. Einfach grandios. Schliesslich die Abfahrt zurück zum Gardasee, ohne jemals 100 Meter geradeaus gefahren zu sein. Doch die Fahrt am See dauerte nicht lange. Schnell ging es wieder rechts hoch zum Lago d’Idro.

Das Navi lotste uns einen Berg hinauf. Aber da stand plötzlich eine Schranke im Weg. «Deviazione». Kein Problem, das Navi wird uns schon eine Umfahrung vorgeben. Wir fuhren wieder den Berg hinunter, dann nach Vestone. Wir folgten den Vorgaben unserer Navigationsgeräte. Ein schmales Strässchen im Wald führte den Berg hoch. Ich dachte mir schon: Komisch, eigentlich sollte es in die andere Richtung gehen. Oben angelangt, noch eine Kurve und wir standen vor derselben Schranke. Diesmal aber von der angeblich gesperrten Seite herkommend. Warum diese Schranke aufgestellt und uns das Navi an diese Stelle zurückgeführt hatte, ist uns bis heute ein Rätsel. Auch ein Navi kann mal einen schlechten Tag haben. Also fuhren wir dieses gesperrte Strässchen wieder zurück nach Vestone. Dem Navi gefiel das auch, denn von da an lotste es uns wieder genau über die geplanten Wege.

Es folgte der Anstieg zum Passo di Maniva 1662 m.ü.M. Eine über weite Teile miese Strasse mit vielen Schlaglöchern. Das waren wir uns nicht gewohnt. Aber es sollte noch besser kommen. Auf dem Pass machten wir Pause. Eindrücklich die zwei riesigen Parabolantennen auf dem Monte Maniva. Es folgte ein kurzes Stück Schotterpiste, dann wieder Asphalt bis zum höher gelegenen Passo Goletto di Crocette 2070 m.ü.M. Wunderschöne Aussicht.
Weniger schön war die Aussicht auf die Strasse. Ende Asphalt. Soweit wir die Strasse einsehen konnten, nur Schotterpiste. Ein fragender Blick zu Roberto. Ein Glitzern in seinen Augen und sein Kommentar: "Easy". Also liess ich Roberto mit seiner schweren Maschine den Vortritt. Langsam steuerten wir unsere Motorräder über die etwa 8 Kilometer lange Piste mit vielen Löchern und Wasserpfützen bis zum Passo di Croce Domini, wo wir wieder auf Asphalt trafen. Ein Kompliment an Roberto. Ich hätte mich mit seiner Maschine nicht getraut. Nachträglich sagte er mir, dass das letzte Stück der Piste sehr grenzgängig gewesen sei.

Es folgte eine landschaftlich wunderschöne Abfahrt dem Bach entlang zurück zum Lago d’Idro. Nach der Ortschaft Storo waren wir dann auf der Rennstrecke. Gut ausgebaute Kurven im Valle d’Ampola. Fast kein Verkehr. Darum hiess es Gashahn auf. Und wie wir es genossen haben. Einfach geil, zum Schluss nach dem Erlebten durch diese Kurven zu rasen.
Viel zu schnell waren wir zurück im Val di Ledro und somit auch bald in Pregasina, wo das übliche Zeremoniell folgte.

Roberto und ich waren uns einig. Eine solche Supertour sind wir noch nie gefahren.
Der Zufall hat es gewollt, dass wir am zweitletzten Tag unserer Reise dieses «Sahnehäubchen » hatten. 

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