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2. Tag - Auf den Spuren der «Tour de France»

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir um 0900 Uhr bei schönem Wetter und noch kühlen Temperaturen.  Über den Col de Montgenevre gelangten wir nach der historischen Stadt Briançon.  Sofort fuhren wir weiter zum Col du Lautaret. Ich hatte mir vorgenommen einmal die Alped’Huez zu besuchen. Beim Stausee bogen wir rechts ab in die Berge. Auf schmaler, rutschiger Strasse, mit unzähligen engen Kehren gelangten wir auf den Col de Sarenne 1999m. ü. M.  Die Aussicht war grandios. Kein Auto war uns entgegen gekommen, kein Wunder, ein normaler Mensch befährt dieses Strässchen nicht. Roberto hatte dieses Abenteuer mit seiner schweren K 1200 RS meisterlich geschafft.  Es ist noch zu erwähnen, dass ich es mit meiner 650er GS doch wesentlich leichter hatte. Mehr oder weniger geradeaus kamen wir auf die Alpe d’Huez.  Ein Blick nach links und wir trauten unseren Augen nicht.  Ein Flugplatz, mit Tower, Hangars, zwei Flugzeuge stehen herum, aber wo ist die Landepiste? Und plötzlich kommt ein Flugzeug aus dem Nichts auf diesen Platz gerollt.  Die Start-Landebahn mussziemlich steil nach unten gehen.  Leider konnten wir das nicht sehen. Wie den meisten bekannt, ist Alpe d’Huez ein Ferienort mit Hotels und Appartement-Häusern. Also kein Grund zum Verweilen. Deshalb fuhren wir wieder hinunter ins Tal. Diesmal eine breite Strasse mit vielen Kehren. Es folgte ein kurzes Stück Hauptstrasse, dann hiess unser nächstes Ziel Col de la Croix de Fer.  Eine lang gezogene Traumstrasse auf diesen Col.  Eine Kurve reimte sich an die andere. Da ich voraus fuhr, war mit Roberto abgemacht, dass wenn er einen gewissen Druck in der Blase verspürt, mich überholen sollte. Und Roberto überholte mich zügig.  Bis ich merkte, dass der ja gar nicht "musste", war er ausser Reichweite für mich.  Nach ein paar Kilometern traf ich ihn an einem Stausee, neben seinem Motorrad, mit einem breiten Grinsen im Gesicht.  Sein Kommentar: "Sorry, aber ich han eifach müesse." Schon klar, aber nicht pinkeln.  Auf diesen Strassen muss man einfach Gas geben. Nach dem Croix de Fer befuhren wir ein Stück Hauptstrasse, um dann wieder rechts abzubiegen auf den Col de Télégraphe, gleich danach der Col du Galibier, mit 2646 m. ü. M. einer der höchsten Pässe der Alpen. Es wehte ein kalter Wind und nach ein paar Fotos stiessen wir wieder in die Tiefe zum Col du Lautaret und auf dem Anfahrtsweg zurück nach Briançon und den Col de Mont Genevre. Und was kommt uns am Mont Genevre entgegen? Eine Horde alter Topolinos und inmitten der Lautsprecherwagen von Peppone, dem Kommunisten. Im Hotel folgte die übliche Zeremonie: Motorrad versorgen und dann erst mal einverdientes Bier.

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